Daimler und andere Großkonzerne untersuchen das Blut vor einer Einstellung: Geschädigt durch Strahlungen oder Gifte = keine Arbeit?

Blutuntersuchung als Teil der Einstellungsprozedur

Blutuntersuchung als Teil der Einstellungsprozedur

Auszug aus NWZ-Online vom 29.10.09:
STUTTGART – Sind die Bluttests bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern beim Autobauer Daimler in Ordnung? Dieser Frage gehen die Datenschützer in Baden-Württemberg nach. Der NDR Rundfunk berichtete am Mittwoch, Jobsuchende müssten sich schon während des Bewerbungsverfahrens bei Daimler Blut abnehmen lassen – ohne die Zusage für eine Stelle in der Tasche zu haben. „Daimler wurde umgehend von uns aufgefordert, sich zu äußern“, sagte ein Sprecher der Aufsichtsbehörde für Datenschutz in Stuttgart. Die Fälle sollten einzeln geprüft werden.

Eine Daimler-Sprecherin sagte, zu Beginn des Bewerbungsverfahrens – zum Beispiel im Rahmen von Assessment Centern (Bewerbungsveranstaltungen) – würden weder Blut- noch Gesundheitstests gemacht. Dies erfolge erst bei den Einstellungsuntersuchungen, die vor oder nach einer endgültigen Zusage für die Stelle gemacht würden. Dabei werde geprüft, ob der Bewerber für den Job geeignet sei. „Das sind die üblichen Einstellungsuntersuchungen.“ Diese würden bei dem Autobauer bereits seit mehr als 30 Jahren gemacht und seien auch mit dem Betriebsrat abgestimmt. Blut werde den Bewerbern allerdings nur abgenommen, wenn diese vorher zustimmen. „Wenn jemand nicht einwilligt, ist das kein Grund, ihn nicht einzustellen.“

Bewerber können einen Gesundheitstest nach Expertenansicht aber kaum ablehnen. „Ich kann das verweigern, aber dann werde ich im Zweifel die Stelle nicht bekommen“, sagte die Arbeitsrechtlerin des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Martina Perreng. Der Arbeitgeber sitze am längeren Hebel.

Unterdessen forderten die Datenschützer den Autobauer auf, in mehreren Werken gesammelte Gesundheitsdaten zu löschen und aus den Personalakten zu entfernen. Betroffen sind Beschäftigte des Werkes Bremen und einiger anderer Standorte, berichtete die Behörde.

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